Geistliche Impulse

Herzlich willkommen zur Andacht der Evangelisch-Lutherischen Kirchengemeinden Vilshofen-Eging und Aidenbach!

      

Es läuteten die Eginger Glocken, die genau vor 40 Jahren, am Pfingstsonntag 1983 eingeweiht wurden. Eine der beiden stammte aus Pocking, die andere von einem Schiff. Beide wurden der Kirchengemeinde Vilshofen-Eging damals geschenkt. Welch ein Glück!

Wir feiern sie im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes. -AMEN-

"Komm, Heiliger Geist, Herre Gott" lautet der Titel des nun folgenden Choralvorspiels von Andreas Armsdorf, der von 1670-1699 lebte. In seinem kurzen Leben wirkte er als Organist vor allem in Erfurt. Die Melodie erschien erstmals schon 1480, der Text der ersten Strophe ebenfalls. Luther hatte 1524 zwei weitere Strophen dazu gedichtet. Sie finden das Lied im Evangelischen Gesangbuch unter Nr. 125.

Nach biblischem Kalender ist heute der 9. Tag des 3. Mondmonats namens SIWaN. Den Mond sieht man als etwas bauchig gewordenes D. Pfingsten ist immer in diesem Mondmonat um diese Zeit. Insofern ist der Mondkalender durchaus zeitmaßgebend wichtig für unser Kirchenjahr.

Liebe Schwestern und Brüder!

Im Judentum feiert man 50 Tage nach dem PeSsaCh-Fest das "SchaBhUOT-Fest", auf Deutsch das Wochen-Fest, das ist das Fest der Weizenernte und gleichzeitig der 2. Gabe der 10 Gebote gemäß 5. Mose 5. Das ist nach dem bürgerlichen Kalender vom 26.-27. Mai. Genau an einem SchaBhUOT-Fest um das Jahr 30, also 7 Wochen nach der Auferstehung Jesu Christi fand der Überlieferung nach das Pfingstereignis statt, bei welchem die Jesus-Anhänger den verheißenden Heiligen Geist empfingen.

Bei uns in der westkirchlich geprägten Tradition feiern wir Christen ja das Auferstehungsfest immer am 1. Sonntag nach dem Frühlingsvollmond, infolgedessen, das Pfingstfest auch an einem Sonntag, heuer also kurz nach SchaBhUOT vom 28.-29. Mai. Soviel zu den Zeit-Zusammenhängen der beiden Schwesterreligionen Judentum und Christentum.

Gedenken: Am 28. Mai 1453 fand der letzte christliche Gottesdienst in der Hagia Sophia in Konstantinopel, dem heutigen Istanbul, statt.

 

 Foto: Wikipedia - Hagia Sophia außen.

Die Hagia Sophia ist eine von 532 bis 537 n. Chr. erbaute ehemalige byzantinische Kirche. Sie befindet sich in einem Stadtteil im europäischen Teil Istanbuls. Kaiser Justinian verwirklichte mit dem Bau dieser Kuppelbasilika im 6. Jahrhundert ein besonders ambitioniertes baupolitisches Programm. Die Kuppel der Hagia Sophia bleibt mit ursprünglich 33 Metern Spannweite bis zum heutigen Tage die größte über nur vier Tragepunkten errichtete Ziegel-Kuppel der Architekturgeschichte.

 

  Foto: Wikipedia - Hagia Sophia innen.

Sie gilt mit der gigantischen Umsetzung und den Proportionen und der besonderen Harmonie ihres Innenraumes als eines der bedeutendsten Gebäude aller Zeiten, ist eine der kühnsten Konstruktionen aus Menschenhand und eines der bedeutendsten Bauwerke der letzten 1500 Jahre.

Ihr Bau und ihre Symbolkraft waren aber insbesondere für die orthodoxe Christenheit und das byzantinische Reich von außerordentlicher Bedeutung. Daher gilt sie den meisten orthodoxen Christen noch heute als großes Heiligtum.

Nach der Eroberung Konstantinopel durch die Osmanen im Jahre 1453 wurden die Glocken und alles an christlich liturgischer Ausstattung der Hagia Sophia entfernt oder durch Putz verdeckt. Sie wurde umfunktioniert und von 1453 bis 1935 - und wird wieder seit 2020  als Hauptmoschee genutzt. Von 1935 bis 2020 diente sie als Museum.

"Es soll nicht durch Heer oder Kraft, sondern durch meinen Geist geschehen, spricht der HERR." (Sacharja 4,6) So hatte es Gott in seiner unendlichen Weisheit entschieden. Und so und nicht anders soll es nach seinem Willen sein. "Heer oder Kraft"; damit ist militärische und politische Macht gemeint, von der sich Gott damit distanziert. Es mag wegen der Sündhaftigkeit der Menschen gewisse Notwendigkeit für Waffen geben. Aber schon das Wort "Waffe" hat in seinem Ursprung etwas mit Schutz und nicht mit Angriff zu tun. Wer also eine solche angreifend gebraucht, missbraucht sie. Und wer ihre Lieferung und Nutzung als "christlich" bezeichnet, ist der "Antichrist", und sei es auch im christlichen Deckmantel.

Wir Christen aber sind seit dem ursprünglichen Pfingsten mit dem Heiligen Geist ausgerüstet und gewappnet, alle Angriffe des Bösen abzuwehren. Dieser Heilige Geist ist die Kraft Gottes, die schon von Anfang der Schöpfung an wirksam ist.

   Bild: Paula Jordan (1896-1986) Die Jesus-Nachfolger bekommen den Heiligen Geist.

Es ist die Menschen verändernde göttliche Energie, von der es in der Apostelgeschichte des Lukas, Kapitel 4, Vers 32 heißt: "Die Menge der Gläubigen aber war ein Herz und eine Seele; auch nicht einer sagte von seinen Gütern, dass sie sein wären, sondern es war ihnen alles gemeinsam." (Losungswort für den 29. Mai 2023)

Einigkeit und Frieden, Gebebereitschaft und Füreinanderdasein - das kennzeichnete die Jesus-Leute damals, weil die wunderbare Energie Gottes in ihnen und durch sie wirkte. Sie und keine andere möge uns Christen antreiben, denn: "Keiner kann allein Segen sich bewahren. Weil du reichlich gibst, müssen wir nicht sparen. Segen kann gedeihn, wo wir alles teilen, schlimmen Schaden heilen, lieben und verzeihn." -AMEN-

"Komm, heiliger Geist!" Dieser Bittruf wurde seit Christengedenken immer wieder mit Bitten neu entfaltet und in neue Gesänge und Lieder gefasst. So auch das folgende, welches 1973 im Liederheft Neue Gemeindelieder II erschien. Ich singe es einmal vor:

Komm, Heiliger Geist! Gott liebend zu loben, gib Kraft uns von oben. Komm, Heiliger Geist!

Komm, Heiliger Geist! Gib Mut uns zur Wahrheit, im Dunkeln schenk Klarheit. Komm, Heiliger Geist!

Komm, Heiliger Geist! Befrei uns vom Bösen, von Schuld wollst uns lösen. Komm, Heiliger Geist!

Komm, Heiliger Geist! Erfüll uns mit Freude, Geduld gib im Leide. Komm, Heiliger Geist!

Komm, Heiliger Geist! Hilf niemand betrüben, den andern zu lieben. Komm, Heiliger Geist!

Komm, Heiliger Geist! Gott liebend zu loben, gib Kraft uns von oben. Komm, Heiliger Geist!

Wer irgend kann, bete mit mir:

Herr unser Gott, lieber himmlischer Vater. Ich danke dir für dieses Pfingsfest, für die Gemeinschaft der Christen, für den Heiligen Geist, der unter uns ist und uns eint. Ich bitte dich um die Gaben des Heiligen Geistes, die notwendig sind für mich und andere Menschen. Stärke unser bewusstes Verlangen nach ihnen, damit auch von uns Einigkeit und Frieden, Gebebereitschaft und Füreinanderdasein gesagt werden kann. Und was mich sonst noch bewegt bringe ich vor dich mit den Worten, die Jesus gelehrt hat:

VATER UNSER IM HIMMEL.......-AMEN-

 

  Bildquelle New York Public Library: Komponist Caspar Othmayr.

Der aus Amberg stammende Renaissance-Komponist Caspar Othmayr (1515-1553) gehört der zweiten Generation protestantischer Musiker an. Er gilt als einer der besten Meister des Liedsatzes in der Lutherzeit. Von ihm hören wir nach dem Segen einen zweistimmigen Satz zum Lied 126 "Nun bitten wir den Heiligen Geist".

Möge die Geistkraft Gottes auf Sie und durch Sie wirken. Das wünschen Ihnen von Herzen Ihr Pfarrer Manfred Greinke, Gabriele Kerstan und Ulrike Lau-Hartl.

Es segne und behüte dich der allmächtige und barmherzige Gott, Vater, Sohn und Heiliger Geist. -AMEN-

 

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