Geistliche Impulse

Freunde der Eisenbahnromantik wissen es: Da gab es früher und auf manchen Museumsbahnstrecken vielleicht noch heute entlang der Gleise Schilder mit ein L und Schilder mit einem P. L bedeutet Läuten! P bedeutet Pfeifen! Diese Schilder standen vor Bahnübergängen.

In unserem Leben gibt es auch viele "Bahnübergänge", wo dies und jenes das Leben kreuzt. Damit wir die "Bahnübergänge" des Lebens gut passieren, ist in unseren Kirchen auch immer wieder Läuten angesagt. Ja und beim Gottesdienst pfeift es auch, und zwar viele schöne Orgeltöne. Also: L und P auf unsere christlich-kulterelle Art.

Und damit Herzlich willkommen in der Andacht zum 11. Sonntag nach Trinitatis 2022.

Auch unsere Andacht begann mit Läuten und mit Erklingen der Pfeifen. Wir hörten ein Orgelstück in C-Moll, welches aus der Feder vom englischen Komponisten Maurice Green stammt, der von 1696-1755 lebte.

Liebe Schwestern und Brüder!

"Einbildung ist auch eine Bildung", sagt zu Recht der Volksmund. Und ehrlich gesagt, wenn ich höre, dass jemand auf irgendetwas stolz ist, wird mir übel. Vor über 20 Jahren gab`s auch die sinnlose Diskussion darüber, ob man stolz sein kann, ein Deutscher zu sein. Es ist unfassbar, wie viele Menschen stolz und eingebildet sind, arrogant und damit auch in der Tendenz von oben herab - auf was nur? Dabei ist doch alles, was wir Menschen sind, können und haben, ein großes Geschenk Gottes, der sich daran erfreut, uns mit vielen Möglichkeiten und Chancen zu bereichern und glücklich zu machen. Schon mehrfach habe ich`s betont: Gott ist von Anfang an ein Bereiter.

Stolz geht in der Bibel als eine der ganz großen Sünden und Frechheiten und mit ihr gepaart ist der Hochmut, wie es in den Sprüchen Salomos, Kapitel 16, Vers 18 steht:"Wer zugrunde gehen soll, der wird zuvor stolz; und Hochmut kommt vor dem Fall." Hochmut kann man so definieren: Das ist eine Form des Denkens, Fühlens oder Handelns, bei der sich der Betroffenen wichtiger, besser, klüger oder schöner als andere Menschen fühlt.

Auch der Apostel Petrus, vielleicht früher selbst nicht ganz frei davon, hat in seinem 1. Brief, Kapitel 5, Vers 5b geschrieben: "Gott widersteht den Hochmütigen, aber den Demütigen gibt er Gnade." Das ist der Wochenspruch für die huete beginnende Woche.

Manchen Hochmütigen schickt er sprichwörtlich "in die Wüste". In der Wüste lernt man die kleinen Dinge wie einen Schluck Wasser oder ein bisschen Schatten oder einen Mitmenschen sehr zu schätzen, denn Rang und Reichtum nützen ihm dann gar nichts. Und man wird in der Wüste auch auf sich selbst zurückgeworfen. So heilt Gott immer mal wieder Menschen von der Seuche des Stolzes und Hochmuts.

Demütige Menschen sehen ihre Möglichkeiten als Diene-Möglichkeiten, wie es ein Psalmdichter formulierte: "Du stellst meine Füße auf weiten Raum." (Psalm 31, Vers 9) Jesus sprach von sich selbst: "...denn ich bin sanftmütig und von Herzen demütig." (Matthäus 11, Vers 29).

Ich bin sicher: Stolz und Hochmut sind Gifte für uns, die es mit Stumpf und Stiel auszurotten gilt, während Demut und Bescheidenheit wahre Wundermittel sind für ein gelingendes Leben im Reich Gottes, dessen Bürger wir dankenswerterweise sein dürfen. -AMEN-

Unsere Liedempfehlung: EG 414 Lass mich, o Herr, in allen Dingen.

Lassen Sie uns so beten:

Herr, unser Gott, lieber himmlischer Vater, ich danke dir für alle meine Gaben und Möglichkeiten, mit denen ich mein Leben gestalten und anderen Menschen dienen kann, für alles, womit du mein Leben gegnadest, auch für meine Grenzen. Ich bitte dich: Hilf mir, dass ich sie anmehmen lerne und bewahre mich und alle anderen Christen vor Einbildung, Stolz und Hochmut. Durch Jesus Christus, unseren Herrn, der dir diente bis zum Tode am Kreuz und mit dir lebet und regieret von Ewigkeit zu  Ewigkeit. -AMEN-

VATER UNSER IM HIMMEL......-AMEN-

Nochmal sollen Orgeltöne pfeifen: Von Theodor Drath ein Moderato in C-Dur. Theodor Drath war ein schlesischer Komponist und Musikdirektor. Er lebte von 1828-1920.

Eine Woche gelingenden starken Widerstands gegen Stolz und Hochmut wünschen mit herzlichen Grüßen Ihre Pfarrer Manfred Greinke und Ulrike Lau-Hartl.

Es segne und behüte dich der allmächtige und barmherzige Gott, Vater, Sohn und Heiliger Geist. -AMEN-

 

 

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