Geistliche Impulse

Wann auch immer Sie eingeschaltet haben - die Kirchenglocken melden: Andachtszeit für Sie persönlich.

Herzlich willkommen dazu!

Wir hören ein Orgelstück vom englischen Komponisten John Alcock, der von 1715-1806 lebte, mit der Bezeichnung "Grave", das bedeutet: ernst, feierlich, schwer.

Liebe Schwestern und Brüder!

Im Kirchenjahr sind wir beim 10. Sonntag nach Trinitatis angekommen. Der hat ein sehr enstes und schwerwiegendes geistliches Thema mit irdischem Hintergrund. Es geht nämlich um die Geschichte des gesamten Volkes Israel, die Zerstörungen des Tempels in Jerusalem und um das Verhältnis der Kirche zum jüdischen Volk.

Insofern findet in der Zeit um diesen Tag herum fast so etwas wie eine Konjunktion, also ein Zusammentreffen, eine Verbindung zwischen unserem Kirchenjahr und dem jüdischen Sonne-Mond-Kalender statt, denn der 9. Tag des biblischen Mondmonates Aw ist ein jüdischer Fasten- und Trauertag, an dem der Zerstörung des Jerusalemer Tempels gedacht wird. Er bildet Höhepunkt und Abschluss der Trauerzeit der drei Wochen, der "Tage inmitten der Bedrängnis". (Heuer war er am 7. August.) Jedenfalls nach jüdischer Lesart wurden sowohl der salomonische als auch der herodianische Tempel im Jahre 70 jeweils an diesem Tag zerstört. Wir Christen denken daran, dass das der Evangelien gemäß Jesus vorausgesagt hatte: "Wahrlich, ich sage euch: Es wird hier nicht ein Stein auf dem andern bleiben, der nicht zerbrochen werde." (Matthäus 24, Vers 2). Und im Lukas-Evangelium lesen wir: Und als er (Jesu) nahe hinzukam, sah er die Stadt und weinte über sie und sprach: "Wenn doch auch du erkenntest zu dieser Zeit, was zum Frieden dient!" (Lukas 19, 41-42).

Wir Christen müssen begreifen lernen, dass die Ereignisse des Tempels und was sonst so jeweils "zufällig" am 9. Aw geschehen ist, immer auch etwas mit uns und der Geschichte der Kirche, des Christentums und der Nachfolger des Jesus von Nazareth zu tun hat, denn Jesus war Jude.

Der Historiker Michael Wolffsohn gab einem seiner Bücher den treffenden Titel: "Juden und Christen - ungleiche Geschwister". Für beide nämlich gilt gleichermaßen, was in Psalm 33, Vers 12 steht: "Wohl dem Volk, dessen Gott der HERR ist, dem Volk, dass er zum Erbe erwählt hat!". Es ist dieses wunderbare Psalmwort der Wochenspruch für diese Woche und ein Schlüsselwort, welches die Tür hinter der gemeinsamen tragischen Geschichte zuzuschließen vermag. Aber richten wird`s auf jeden Fall der Allmächtige durch den Messias, auf den wir alle warten: Juden auf sein erstes Kommen, Christen auf sein zweites Kommen. "Wohl dem Volk" bedeutet hier sinngemäß: "Es ist dem Volk zu gratulieren, ..." Also gratuliere ich allen, die dazugehören, zur Zukunft des Gottesvolkes. - AMEN-

Unsere Liedempfehlung: EG 248 Treuer Wächter Israel.

Lassen Sie uns so beten:

Heiliger, treuer Gott, du hast das ganze Volk Israel erwählt,. Durch Jesus Christus hast du viele wieder zu Mitbürgern in deinem Reich gemacht. Ich danke Dir dafür und bitte dich: Führe uns alle auf dem Weg des Heils, den du bereitet hat, in die gemeinsame Zukunft mit dir, damit wir aus deinem Frieden leben und dich loben und ehren in Ewigkeit. -AMEN-

VATER UNSER IM HIMMEL......-AMEN-

Zum Beschluss erklingen die Töne einer Bearbeitung von Antonio Vivaldis "Sommer" aus den "4 Jahreszeiten".

Erleichterndes und Erfreuendes von Gott wünschen für dien neue Woche mit herzlichen Grüßen Ihr Pfarrer Manfred Greinke und Ulrike Lau-Hartl.

Es segne und behüte dich der allmächtige und barmherzige Gott, Vater, Sohn und Heiliger Geist. -AMEN-

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