Geistliche Impulse

Herzlich willkommen zur Andacht zum persönlichen Gebet zum 7. Sonntag nach Trinitatis 2022!

Wenn die Kirchenglocken erklingen, ist das für uns Christen etwas Vertrautes, Gewohntes. Sie gehören zur klanglichen Heimat. Man möchte sie nicht missen. Und deswegen erklingen sie auch zu unseren Andachten.

"Kommt her, ihr seid geladen", so beginnt ein Abendmahls-Lied. Aus dem musikalischen Anfangsmotiv ist die kleine Orgel-Fugette entstanden, die wir nach dem Glockenläuten hörten.

Liebe Schwestern und Brüder!

Das Thema "Abendmahl" gehört zum Hauptthema dieses Sonntags "Gott nährt uns an Leib, Seele und Geist."

Die Ernährung der eigenen Hausgenossen war freilich schon immer eine Hauptaufgabe des Hausherrn. Um Gäste kümmerte er sich natürlich auch, aber logischerweise nur dann, wenn sie da waren. Und Fremde werden nur selten sein Haus betreten haben. Also: Gäste und Fremde zu bewirten ist zwar nett, aber eben doch nicht die tägliche Gewohnheit.

Gott will, dass es zum Normalfall, zur Gewohnheit wird, dass wir in sein Haus zugehören, seine Hausgenossen zu sein. Das hat der Apostel Paulus erkannt. Und deshalb schrieb er an die Epheser, um sie ihres Status zu vergewissern: "So seid ihr nun nicht mehr Gäste und Fremdlinge, sondern Mitbürger der Heiligen und Gottes Hausgenossen." Wir können es nachlesen im Kapitel 2, Vers 19 dieses Briefes. Hausgenossen fremdeln nicht. Sie haben einen gleichsam natürlichen Umgang mit dem Hausherrn. Zwar stimmt auch, dass Gott in gewissem Sinne uns immer fern erscheint, ja manchmal sogar sehr fremd. Aber in Wirklichkeit ist er uns durch Christus ganz nah. Und Gott kümmert sich um seine Leute. Schauen wir in die Bibel! Gott hat sein Volk in der Wüste ernährt. Er hat einen Propheten Elia ernährt und auch die Witwe zu Sarepha, die ihren letzten Rest Mehl und Öl jenem Gottesmann vorsetzte. Er hat durch Jesus ein Speisungswunder vollbracht, indem dieser 5000 Menschen sättigte, obwohl anfangs nur 5 Brote und 2 Fische da waren. Er hat geboten, gastfreundschaftlich zu sein. Und er hat durch Christus das Heilige Abendmahl, die heilige Speisung eingesetzt als Mahl des Reiches Gottes, wo niemand ausgeschlossen und für alle gesorgt ist. Das sollte auch das Kennzeichen der Reichs-Gottes-Leute sein, wie es auch im Neuen Testament heißt: "Sie blieben aber beständig in der Lehre der Apostel, in der Gemeinschaft, im Brotbrechen und im Gebet." So steht es in Apostelgeschichte 2, Vers 42. Schließlich: Der ganze Christus, also: was Jesus getan und gelehrt hat auch sein Leiden, Sterben und seine Auferstehung, die Gemeinschaft seiner Nachfolger, alles dient zu unserer Erhaltung in Zeit und Ewigkeit. Das können wir nicht gut genug würdigen. Aber wir dürfen unseren Dank dafür zum Ausdruck bringen, wie es das berühmte Lied "Nun danket alle Gott mit Herzen, Mund und Händen" empfiehlt.

Übrigens: Unsere römisch-katholischen Glaubensgeschwister nennen das Abendmahl "Eucharistie". Das heißt Danksagung. Wer "Danke" sagt, hat etwas vom Wert des Empfangenen wahrgenommen.

Ach ja, und noch etwas: Gewiss machen sich jetzt viele Menschen Sorgen um die Zukunft, weil es Menschen gibt, die uns dieselbe verderben wollen durch Krieg, Katastrophen und Nöte. Aber Gott ist und bleibt Hausherr. Lasst uns alle darauf vertrauen und füreinander da sein. -AMEN-

Unsere Liedempfehlung: EG 321 Nun danket alle Gott.

Lassen sie uns so beten:

Lieber himmlischer Vater! Ich darf zu deinen Hausgenossen zählen, die du reichlich nährst und erhälst in Zeit und Ewigkeit. Dafür preise ich Deinen heiligen Namen und bitte dich: Erinnere mich und alle meine Glaubensgeschwister immer wieder daran und schenken denen, die sich dessen nicht bewusst sind, die Erkenntnis. Durch Jesus Christus, unsern Herrn, der mit dir und dem Heiligen Geiste lebet und regieret jetzt in dieser Zeit und von Ewigkeit zu Ewigkeit. -AMEN-

VATER UNSER IM HIMMEL......-AMEN-

"Nun danket alle Gott" ist auch der Titel des Orgelnachspieles von Selmar Müller, der von 1809-1888 lebte.

Allen Hausgenossen Gottes wünschen eine gute und schöne Woche mit herzlichen Grüßen Ihr Pfarrer Manfred Greinke und Ulrike Lau-Hartl.

Es segne und behüte dich der allmächtige und barmherzige Gott, Vater, Sohn und Heiliger Geist. -AMEN-