Geistliche Impulse

geschrieben von Pfarrer Manfred Greinke - Audio-Version Pfarrer Manfred Greinke und Ulrike Lau-Hartl

In Bergregionen haben traditionell Kühe und Ziegen Glöckchen am Hals - bei Schafherden ist das anders, da ist ja der Hirte da, der aufpasst. Und wir brauchen auch kein Glöckchen am Hals, aber Glocken dort, wo der Versammlungsort der Schäflein Jesu ist, das ist recht so. Und die große Glocke ruft - gleichsam als sei es die Stimme des guten Hirten: "Kommt alle her, hier ist die grüne Aue und das frische Lebenswasser für eure Seelen."

Hirtenmusik, von der Orgel gespielt, soll diese Andacht einrahmen: Zu Beginn die Pastorale aus dem Oratorium "Messias" von Georg Friedrich Händel, der von 1685 - 1759 lebte.

Herzlich willkommen zur Andacht zum persönlichen Gebet am Sonntag Miserikordias Domini 2022!

Liebe Schwestern und Brüder!

Im Laufe des Kirchenjahres sind wir an dem Sonntag angelangt, der den längsten aller Namen hat: "Mi-se-ri-kor-di-as Do-mi-ni". Wenn man diesen Namen nicht gewohnt ist, muss man ihn Silbe für Silbe aussprechen. Er bedeutet: "Die Barmherzigkeit des Herrn."

Die wird wohl in keinem anderen Bild so deutlich wie in dem des "guten Hirten", der die Herde zusammenhält, das verlorene Schäfchen sucht, befreit, zurückbringt und heilt. Wir sind ja in einem Johannes-Jahr. Und das Johannes-Evangelium überliefert uns einige der lieblichsten und barmherzigsten Sätze Jesu, welche der Auferstandene selbst dem Verfasser dieses Evangeliums gleichsam in die Feder diktiert hat, so diesen: "Ich bin der gute Hirte. Meine Schafe hören meine Stimme und ich kenne sie und sie folgen mir: und ich gebe ihnen das ewige Leben." ER der gute Hirte, identifiziert sich selbst ganz und gar mit dem himmlischen Vater in dieser Bedeutung für uns. Ja auch darin, dass er uns etwas bereitet, wie Gott immer ein Bereiter war und ist. Er bereitet und gibt uns das ewige Leben, er, der uns kennt, wie jeder Hirte seine Schafe kennt. Aber auch das ist wichtig: Die Schafe kennen ihren Hirten, kennen seine unverwechselbare Stimme. Sie laufen nicht von ihm weg, sondern suchen seine Nähe. Lediglich Unaufmersamkeit kann ihnen womöglich zum vorübergehenden Verhängnis werden. Aber auch da dürfen sie gewiss sein: Der Hirte wird mich suchen.

Ergo: Die Stimme Jesu immer wahrnehmen und unbedingt von den Stimmen der Wölfe unterscheiden lernen - das allerdings müssen die selbst Schäfchen lernen, wollen sie behütet bleiben.

Es ist eine Freude, die Stimme des guten Hirten zu hören. Sie ist sanft und gibt das Gefühl großer Geborgenheit, sie erfreut. Solche Freude und Lernbereitschaft und wünschen wir Ihnen von Herzen. -AMEN-

Wer möchte, bete mit mir:

Lieber Herr Jesus Christus, du bist mein guter Hirte. Du führst mich, du schützt mich, du nährst mich, du bereitest mir die Zukunft. Dafür danke ich dir. Ich bitte dich: Rufe mich immer wieder, dass ich deine Stimme hören und ihr folgen lerne. Hilf auch den vielen verirrten Menschen, die noch nicht wissen, dass ein guter Hirte auch für sie da ist. Erbarme dich ihrer und bringe sie zu deiner Herde. Der du eins bist mit dem Vater und so beten gelehrt hast:

VATER UNSER IM HIMMEL.....-AMEN-

Unsere Liedempfehlung: EG 594 Der Herr, mein Hirte führet mich. Auch im Internet unter diesem Titel als Chorgesang leicht zu finden.

Wie versprochen - auch zum Schluss eine Hirtenmusik, ein Siciliano von John Stanley (1712-1786).

Entdecken Sie in dieser Woche immer wieder die Barmherzigkeit des guten Hirten und weisen sie andere darauf hin.

Mit herzlichen Grüßen verbleiben Ihr Pfarrer Manfred Greinke und Ulrike Lau-Hartl.

Es segne und behüte dich der allmächtige und barmherzige Gott, Vater, Sohn und Heiliger Geist. -AMEN-