Geistliche Impulse

geschrieben und gesprochen von Pfarrer Manfred Greinke.

                 

Herzlich willkommen zum persönlichen Gebet mit geistlichem Impuls zur Stärkung am Sonntag "Estomihi" 2022!

Der Name "Estomihi" bedeutet: "Sei mir!" Gemeint ist der Anfang vom Vers 3 b des Psalms 31 "Sei mir ein starker Fels und eine Burg, dass du mir helfest."

Wenn Sie die Audio-Version dieser Andacht eingeschaltet haben: Das Eginger Glockengeläut lädt ein zur Andacht. Zu Beginn erklang eine kleine Orgel-Fughette zu dem Psalmlied "In dich hab ich gehoffet, Herr".

Der Wochenspruch für die neue Woche lautet: "Seht, wir gehen hinauf nach Jerusalem, und es wird alles vollendet werden, was geschrieben ist durch die Prohpehten von dem Menschensohn!" (Lukas 18,31)

Liebe Schwestern und Brüder!

Das sagte einst Jesus zu seinen Jüngern, die er, bevor er das sagte, "zu sich nahm". So steht`s geschrieben bei Lukas. Sie waren also schon auf dem Weg nach Jerusalem. Diese Stadt liegt 754 m über dem Meeresspiegel, während Jericho, woher sie kamen, 258 m unter dem Meeresspiegel liegt. Wer hinaufgeht oder führt, muss also 1012 m Höhenunterschied überwinden.

Offenbar spricht Jesus einerseits von sich selbst als dem "Menschensohn", der viel leiden muss: "Denn er wird überantwortet werden den Heiden, und er wird verspottet und misshandelt und angespien werden, und sie werden ihn geißeln und töten:...

Irgendwie und indirekt schreiben viele Propheten davon, dass der von Gott kommende Messias und Erlöser nicht erkannt und falsch verstanden wird und deshalb leiden muss. So vor allem anderen der Prophet Jesaja im 53. Kapitel, wo es heißt: "Wir sahen ihn, aber da war keine Gestalt, die uns gefallen hätte. Er war der Allerverachteste und Unwerteste, voller Schmerzen und Krankheit. Er war so verachtet, dass man das Angesicht vor ihm verbarg: darum haben wir ihn für nichts geachtet. Führwahr, er trug unsre Krankheit und lud auf sich unsre Schmerzen. Wir aber hielten ihn für den, der geplagt und von Gott geschlagen und gemartert wäre. Aber er ist um unsrer Missetat willen verwundet und um unsrer Sünde willen zerschlagen. Die Strafe liegt auf ihm, auf dass wir Frieden hätten, und durch seine Wunden sind wir geheilt."

Aber dabei sollte es nicht bleiben, denn im Evangelium heißt es weiter:    ....und am dritten Tage wird er auferstehen." Darin also liegt die "Vollendung".

Andererseits spricht Jesus womöglich von einem Grundprinzip der Verbindung von Macht und Liebe, welche möglich, aber eben nur so möglich ist und das unschuldige Leiden mit in Kauf nimmt. Von den Jüngern wurde überliefert: "Sie aber begriffen nichts davon, und der Sinn der Rede war ihnen verborgen, und sie verstanden nicht, was damit gesagt war."

So ist es nur allzu verständlich, dass wir Menschen uns gerne dagegen versperren, es verlangt uns viel ab. Aber es ist der einzige Weg zur Überwindung des Bösen.

Darum ermutigt uns der Dichter des Liedes EG 384 "Lasset uns mit Jesus ziehen, seinem Vorbild folgen nach". (www.evangeliums.net 384)

Wer möchte, bete mit mir:

Lieber Herr Jeus Christus. Du bist wissend den schweren Weg hinauf nach Jerusalem gegangen, hast deine Jünger mitgenommen, aber das einmalig Enscheidende hast Du für uns ganz alleine getan. Dafür danke ich dir und bitte dich: Schenke und erhalte mir den Mut, dir zu folgen, auch da, wo es mir schwerfällt. Schenke mir Erkenntnisse, die mir helfen anzunehmen und einzuordenen, was mir zu leiden auferlegt ist, und schenke Frieden für diese geplagte Welt, der du so beten gelehrt hast:

VATER UNSER IM HIMMEL.... -AMEN-

Die Andacht klingt aus mit einem Orgelstück in a-Moll von John Stanley (1712-1786).

Es segne und behöte dich der allmächtige und barmherzige Gott, Vater, Sohn und Heiliger Geist. -AMEN-

Eine gesegnete Woche aufwärts in der Nachfolge Jesu wünscht mit herzlichem Gruß.

Ihr Pfarrer Manfred Greinke.